((was man nicht alles macht wenn man wieder mal net schlafen kann))
Was sind die Geschichten die faszinieren? Was sind die Themen die kleine Mädchen und Jungen gerne erzählt bekommen? Wo ihre Augen vor Spannung strahlen, ihre Münder geschlossen bleiben voller Vorfreude auf die nächste Wendung und sie dasitzen wie kleine Engel, aufmerksam nichts zu verpassen…
Zum einen sind es die Geschichten die die Welt bewegen, über große Krieger, große Schlachten, Kriege um Ruhm und Ehre, um Land, Vorherrschaft, um Frauen, Geliebte... Verbrechen von globalem Ausmaß, um Trauer und Schmerz, um die Liebe die Völker ins Verderben stürzt... Katastrophen, Krankheiten die den Lauf der Zeit verändern...
Zum anderen sind es die Geschichten die von der Welt verborgen blieben, die nicht den Lauf der Zeit verändert hat, die nicht von Königen und großen Reichen handelt... die nie erzählt werden würde wenn alles anders gekommen wäre... die weit mehr über das Wesen der Menschen aussagen als die vermeintlich großen Geschichten…
Und was für eine Geschichte folgt jetzt? …
Irgendwo, denn der Ort spielt keine Rolle…
Irgendwann, denn auch Zeit hat nicht immer die Rolle die Menschen ihr zuordnen…
Der leblose Körper eines jungen Mannes liegt mitten auf der Straße. In der guten alten Zeit hätte sicherlich ein Händler erbarmen gehabt und geholfen… doch die Zeiten haben sich geändert, Düsternis herrscht, Angst geht um, ein jeder kümmert sich nur noch um sich selbst… und die Straßen sind verlassen…
Es beginnt zu regnen… zu schütten… das Wasser weicht die Erde auf und verwandelt sie in zähflüssigen Schlamm… die Tropfen die auf den Körper des Mannes fallen scheinen das Leben in ihm wieder zu erneuern… langsam bewegt er sich, zuerst die Finger, dann die Hand… schließlich hebt sich der Kopf aus dem Schlamm…
Der Kopf dröhnt, und die erste instinktive Bewegung führt die Hand auf den Kopf wo eine große Beule noch zeugt von dem was passiert ist… langsam kommen die Erinnerungen zurück… ein Überfall… Banditen oder Orks, wer weiß das schon genau… „Ich kann von Glück reden das ich noch lebe… oder von unheimlichem Pech…“ Der körperliche Schmerz verschwindet von einer Sekunde auf die andere und all die Gedanken und Sorgen wälzen sich auf die gepeinigte Seele… er vergräbt den Kopf in die Arme und versucht die Gedanken zu verdrängen… körperlicher Schmerz ist viel leichter zu ertragen als seelischer… er richtet sich auf und schreit lauthals in die Nacht „Wieso… wieso lebe ich… wieso gibt mir das Schicksal nicht endlich die Gnade nach der ich mich jede Sekunde sehne… oh grausame Welt… was für ein böses Spiel treibst du mit mir“ … er quält sich langsamen Schrittes etwas abseits, sucht Schutz unter einem Baum, setzt sich hin und lehnt sich sanft an… er schüttelt den Kopf, so als würde er die Gedanken und Erinnerungen vertreiben wollen, weg aus seinem Kopf… „Wieso lasst ihr mich nicht einfach gehen…“ … grausam können Erinnerungen sein, sie können einen Menschen vernichten… oder einfach nur quälen… Tag für Tag, Minute für Minute…
Der Regen hört nicht auf und er muss sich aufmachen, er darf hier nicht sitzen, nicht mit den Gedanken, er muss Ablenkung finden, Ablenkung in der Anstrengung, Ablenkung in der Suche nach anderen Schmerzen, körperlichen, die er besser ertragen kann… er richtet sich auf, kommt langsam auf die Beine die noch etwas träge agieren, doch schließlich steht er und setzt seine Reise fort… der Schlamm hat seine Schuhe schon längst vollkommen umschlossen und seine ganze Kleidung ist nass und schwer vom Regen… der Kopf dröhnt, doch nicht genug… immer wieder schüttelt er seinen Kopf, verjagt die Gedanken für eine Sekunde, doch noch grausamer kommen sie zurück… er beginnt zu laufen, soweit es ihm möglich ist, er versucht zu fliehen… doch er wird nie entkommen… nicht so...
Langsam lässt der Regen nach, es können Minuten oder mehrere Stunde gewesen sein, Zeit spielt keine Rolle... die Wolken verziehen sich langsam und der Sternenhimmel lächelt vom Himmelszelt hinab und der fast volle Mond erhellt die Nacht ein wnig... aber nicht für ihn... das Licht blendet ihn... das Licht erinnert ihn... er richtet seinen Blick gen Boden, halt suchend, die Dunkelheit suchend... er ist erschöpft, erschöpft von den Schmerzen... er kann nicht mehr, sucht sich ein geschütztes Plätzchen am Wegesrand und legt sich hin... und entschwindet schnell in das Reich der Träume... Träume... manchmal lenken sie ab, manchmal schaffen sie es ihm eine erholsame Nacht zu gönnen, manchmal... doch manchmal wird die Vergangenheit zu lebendig... zu real... und mit einem Aufschrei der Qual und Angst erwacht er in solchen Nächten... doch diese Nacht ist das Schicksal gnädig... und schenkt ihm Träume ohne Sorgen...
Am nächsten Morgen fühlt er sich gut... wenn man das so nennen kann... sein Kopf dröhnt, doch neue Kraft ist in seinem Gliedern, dankbar ist er, für die Gnade die die Götter ihm gewährt haben diese Nacht... Träume ohne Sorgen... doch sobald er wieder die Kontrolle übernimmt sind die schnell wieder da, lautlos, hinterhältig schleichen sie sich haran, wie ein Rudel Wölfe auf der Suche nach Beute... der Suche nach einem verletzten Tier... das Tier schafft es vielleicht sie einmal zu verjagen... zweimal... dreimal... aber sie kommen immer wieder... warten... quälen... sie haben Zeit... er schüttelt den Kopf, schlägt sich mit der flachen Hand auf die Stirn "Weg... Weg... Weg..." ... beißt die Zähne zusammen, unterdrückt den Schmerz in seinem Kopf und macht sich wieder auf... weiter... einfach weiter... weg
Er muss keine Entscheidungen treffen, welcher Weg spielt keine Rolle... links, rechts, alles einerlei... nach Norden oder Süden... egal... Osten oder Westen... eines so gut wie das andere... er überlebt von dem was er findet... was er erlegt... er ist ein guter Jäger, oder war es zumindest mal... aber für den einen oder anderen Hasen reicht es noch... roh, gebraten, gegrillt... egal... man könnte meinen durch die Wanderschaft hat sein Antlitz ein wenig der Menschlichkeit eingebüßt die man sonst erblickt, aber so ist es nicht... lediglich der Schlamm, der Schmutz bedeckt sie... doch er ist kein Wilder, kein Waldläufer... ein normaler Mensch... von seinem Schicksal verflucht und gejagt... irgendwohin... er weiß es selbst nicht... er flieht nur... oder denkt zu fliehen...
Sein Name? Spielen Namen eine Rolle? Er ist er... früher dachte er sein Name, sein Titel sind wichtig... früher achtete er darauf wie er sich gab, was er tat und wie er wirkte... doch alles vergänglich, alles vorbei... er will schon lange nicht mehr... will nicht mehr laufen... will nicht mehr fliehen... sucht das Ende... doch vor dem letzten Schritt zögerte er... nicht erst einmal... so ist er verdammt seinen Weg zu finden... und auf Erbarmen der Götter zu hoffen, morgen... übermorgen... oder noch in ferner Zukunft...
Irgendwann... Irgendwo...
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Mavina
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Er sitzt am Rande des Weges... ein Lagerfeuer entfacht... einer der besseren Abende... nur wenige Gedanken durchdringen seinen Kopf... und einige davon die wenigen schönen die er sich noch erlaubt... er sieht ein Kind, sein Kind... seine Tochter, spielend vor seinem Haus... ihr Kleid weht ihm Wind, sie verfolgt ein kleines Kaninchen, versucht es zu fangen aber schafft es nicht, sie lacht dabei, das lachen eines Engels... die perfekte Erinnerung... in ihr könnte er sich verlieren, die Welt könnte zusammenbrechen um ihn herum... er wäre seelig... doch grausam sind Gedanken, und langsam legt sich der düstere Schleier... ein Schrei... ein Kinderschrei... ein hochzucken... er schüttelt den Kopf "Nein, nein... nicht das..." ... er sieht es vor sich als wäre es gestern gewesen... der sorgenvolle Blick seiner Frau als er fortmußte, der letzte Kuss auf die Stirn seiner Tochter... ein letztes Mal blickter er zurück, sah das lächeln seiner Liebsten, schenkte ihnen einen letzten Kuss, einen letzten Blick... hätte er es bloß gewußt...
Er hat seine Hände so in seinem Gesicht vergraben das sich seine Fingernägel ins Fleisch bohren, langsam blutet es... seeliger Schmerz... Erlösung... kurz verschwinden die Gedanken... "Ja...."... wie Tränen rinnt das Blut seine Wangen und seinen Hals hinab... er genießt es, genießt den Schmerz, die Ablenkung... und hofft das sie nie auffhört... Hoffnung, die immer vergebens ist... aber in jeden Momenten so süß schmeckt das man nicht daran denkt...
Mit finsteren Gedanken schläft er ein... und mit trügerischen Träumen durchlebt er die Nacht... er kommt zurück nach Hause... zu seiner Frau und seinem Kind, er freut sich... bald wird er sie wieder in seine Arme schließen können... doch niemand empfängt ihn, die Türe offen... das Schloß geborsten... Panik, Angst, Sorge um hüllt ihn... er tritt ein, die eine Hand am Dolch, die andere vorsichtig tastend... doch zu spät... zwei Schurken packen ihn, schlagen ihm den Dolch aus der Hand, er wird geschlagen, in den Bauch, auf die Brust, auf den Kopf... er verliet das Bewußtsein... fast... er wird zum Anführer geschleppt... er kennt das Gesicht... "Nein..." ... "Na, mein Freund... du hättest wohl nicht gedacht das du mich mal wiedersiehst" ... das Grauen vor dem kommenden betäubt seinen Schmerz... "Nimm mich, nimm mich... lass meine Frau und mein Kind gehen... du willst doch nur mich..." ... ein schäbiges Lachen erfüllt den Raum... "Oh, nein... ich könnte dir dein Leben nehmen... aber... es ist viel süßer es dir zu lassen..." der Anführer nickt seinen Gefolgsleuten zu, und diese führen seine Befehle aus... ein letzter Schrei seiner Tochter, er hat sie nichtmal mehr sehen können... der Schrei erstummt... und es ist still... seine Frau beginnt zu schreien, zu fluchen, zu flehen... "Nehmt mich auch, ich will so nicht weiterleben" schallt es durch die Gegend... der Anführer packt ihn an den Haaren ... "So mein Freund... ich wünsche dir noch ein schönes Leben" und rammt seinen Fuß nochmal in seinen Bauch... dann ziehen sie ab...
Schweißgebadet wacht er auf, das Lagerfeuer ist schon lange runtergebrannt... eine Träne rinnt seine Wange runter... er schüttelt sich... vergräbt sein Gesicht in seinen Händen... alles so weit fern, und doch so nahe... so surreal... und doch real... der Schmerz... in jedem Gedanken...
Er macht sich auf, weiter, weiter, immer weiter... weg... durch die Wildniss, Flucht ist keine Option, doch sie ist seine einzige Chance... laufen, rennen, fliehen... vor allem, vor allem vor sich selbst... doch die nächste Nacht, die nächste Rast kommt bestimmt, so sicher wie das Ende... seelig wäre das Ende, doch wird es nicht gewährt... noch nicht... eine weitere Nacht, weitere Träume... alles muss er wieder und wieder erleben, ohne Ausweg... schnell erholt er sich von dem letzten Tritt, kriecht nach draußen, dort sitzt seine Frau... den totenblassen Köper ihrer Tochter in den Händen, das Kleid blutig... wie grausam können Menschen sein... seine Frau ist blaß... kein Funkeln in ihren Augen, gar keine Gefühle... keine Träne... an diesem Abend ist sie gestorben... ein paar Tage später findet er sie... im nahen Teich treibend... er konnte ihr keinen halt bieten, sie konnte ihm keinen halt bieten... er begräbt sie neben seiner Tochter... er versteht die Welt nicht, wie grausam... er zündet sein Haus an... es brennt lichterloh... er schläft auf dem Grab seiner Liebsten... er kann die Gedanken noch unterdrücken... doch schnell jagen sie ihn... die Schreie, die Blicke, das Unvermögen es ändern zu können... alles, es jagt ihn... er muss weg, weg, weg... er kann hier nicht bleiben...
Langsam öffnet er die Augen, der grelle Mond lässt ihn blinzeln... wieder einmal haben sie ihn eingeholt... wieder einmal eine Nacht ohne Gnade... er macht sich wieder auf... doch die nächste Nacht... ist nicht fern...
Er reist weiter durch die Wildniss, ohne zu ahnen was ihm noch bevorsteht... es wird wieder dunkel, die Dämmerung... da hört er in der Ferne ein Pferd wiehern... er scheut die Menschen, und wo Pferde sind sind Menschen, doch irgendwas zieht ihn an... er folgt dem Geräusch und findet das Pferd... samt Reiter... der Reiter wurde abgeworfen, das Pferd steht treu daneben... er nähert sich langsam als er plötzlich zurückzuckt... ein Rudel... ein Rudel Wölfe umringt im Dicklicht das Pferde, schleicht sich langsam an... das wiehern des Pferdes wird lauter, panischer, der Reiter ist entweder tot oder bewußtlos, zumindest rührt er sich nicht... er beobachtet die Szene und plötzlich regt sich der leblose Körper... es ist ein Kind, nich älter als zwölf Jahre, bedroht von Wölfen... er will weg, weglaufen, er kann doch nichts tun... doch irgendwas hält ihn... er zückt seinen Dolch... bewegt sich unvorsichtig vor... die Wölfe sind unachtsam, sie sind auf das Pferd fixiert... sie sehen ihn nicht... sie riechen ihn nicht... mit einem schnellen Hieb liegt der erste Wolf am Boden, blutend und heulend... doch die Überraschung ist vorbei, die Wölfe lassen vom Pferd ab und greifen ihn an... er wehrt sich... stoßen, schlagen, hauen... die Wölfe sind ungestüm, doch nicht ungeschickt... sie verletzten ihn... an den Händen, in der Brust... an den Beinen, ihn verlässt die Kraft, er sinkt auf die Knie, sich heftig wehrend, er verletzt viele von ihnen, sie jaulen, fletschen ihre Zähne, und plötzlich ziehen sie sich zurück... er sinkt zu Boden... er spürt den Schmerrz nichtmehr... er hat keine Gedanken... er fühlt sich... wohl... keine Tränen...
Seine letzten Gedanken... das tanzen seiner Tochter, ihr freudiges lachen... er stirbt mit einem lächeln auf den Lippen... das erste lächeln seit Jahren... er stirbt... und ob es ein jenseits gibt oder nicht... in Gedanken wird er die schönsten Zeiten durchleben, denn die schlimmen liegen jetzt hinter ihm... er wird seine Tochter wiedersehen... seine Frau... sein Glück... der Tod ist seine Erlösung
Und der Junge und das Pferde... sie beiden überlebten, schnell wurde der Junge von seinen Begleitern gefunden... und auch wenn ein Menschenleben genausoviel wert ist wie das andere interessiert die Herkunft des Jungen... der Sohn des Königs, in ferner Zukunft selbst König... friedlich, gerecht, gütig... ein Segen für den Menschen wird er sein... doch wäre es niemals soweit gekommen wenn nicht die Grausamkeit des Schicksals einen Menschen auserkoren hätte eine unvorstellbare Last zu tragen...
Er hat seine Hände so in seinem Gesicht vergraben das sich seine Fingernägel ins Fleisch bohren, langsam blutet es... seeliger Schmerz... Erlösung... kurz verschwinden die Gedanken... "Ja...."... wie Tränen rinnt das Blut seine Wangen und seinen Hals hinab... er genießt es, genießt den Schmerz, die Ablenkung... und hofft das sie nie auffhört... Hoffnung, die immer vergebens ist... aber in jeden Momenten so süß schmeckt das man nicht daran denkt...
Mit finsteren Gedanken schläft er ein... und mit trügerischen Träumen durchlebt er die Nacht... er kommt zurück nach Hause... zu seiner Frau und seinem Kind, er freut sich... bald wird er sie wieder in seine Arme schließen können... doch niemand empfängt ihn, die Türe offen... das Schloß geborsten... Panik, Angst, Sorge um hüllt ihn... er tritt ein, die eine Hand am Dolch, die andere vorsichtig tastend... doch zu spät... zwei Schurken packen ihn, schlagen ihm den Dolch aus der Hand, er wird geschlagen, in den Bauch, auf die Brust, auf den Kopf... er verliet das Bewußtsein... fast... er wird zum Anführer geschleppt... er kennt das Gesicht... "Nein..." ... "Na, mein Freund... du hättest wohl nicht gedacht das du mich mal wiedersiehst" ... das Grauen vor dem kommenden betäubt seinen Schmerz... "Nimm mich, nimm mich... lass meine Frau und mein Kind gehen... du willst doch nur mich..." ... ein schäbiges Lachen erfüllt den Raum... "Oh, nein... ich könnte dir dein Leben nehmen... aber... es ist viel süßer es dir zu lassen..." der Anführer nickt seinen Gefolgsleuten zu, und diese führen seine Befehle aus... ein letzter Schrei seiner Tochter, er hat sie nichtmal mehr sehen können... der Schrei erstummt... und es ist still... seine Frau beginnt zu schreien, zu fluchen, zu flehen... "Nehmt mich auch, ich will so nicht weiterleben" schallt es durch die Gegend... der Anführer packt ihn an den Haaren ... "So mein Freund... ich wünsche dir noch ein schönes Leben" und rammt seinen Fuß nochmal in seinen Bauch... dann ziehen sie ab...
Schweißgebadet wacht er auf, das Lagerfeuer ist schon lange runtergebrannt... eine Träne rinnt seine Wange runter... er schüttelt sich... vergräbt sein Gesicht in seinen Händen... alles so weit fern, und doch so nahe... so surreal... und doch real... der Schmerz... in jedem Gedanken...
Er macht sich auf, weiter, weiter, immer weiter... weg... durch die Wildniss, Flucht ist keine Option, doch sie ist seine einzige Chance... laufen, rennen, fliehen... vor allem, vor allem vor sich selbst... doch die nächste Nacht, die nächste Rast kommt bestimmt, so sicher wie das Ende... seelig wäre das Ende, doch wird es nicht gewährt... noch nicht... eine weitere Nacht, weitere Träume... alles muss er wieder und wieder erleben, ohne Ausweg... schnell erholt er sich von dem letzten Tritt, kriecht nach draußen, dort sitzt seine Frau... den totenblassen Köper ihrer Tochter in den Händen, das Kleid blutig... wie grausam können Menschen sein... seine Frau ist blaß... kein Funkeln in ihren Augen, gar keine Gefühle... keine Träne... an diesem Abend ist sie gestorben... ein paar Tage später findet er sie... im nahen Teich treibend... er konnte ihr keinen halt bieten, sie konnte ihm keinen halt bieten... er begräbt sie neben seiner Tochter... er versteht die Welt nicht, wie grausam... er zündet sein Haus an... es brennt lichterloh... er schläft auf dem Grab seiner Liebsten... er kann die Gedanken noch unterdrücken... doch schnell jagen sie ihn... die Schreie, die Blicke, das Unvermögen es ändern zu können... alles, es jagt ihn... er muss weg, weg, weg... er kann hier nicht bleiben...
Langsam öffnet er die Augen, der grelle Mond lässt ihn blinzeln... wieder einmal haben sie ihn eingeholt... wieder einmal eine Nacht ohne Gnade... er macht sich wieder auf... doch die nächste Nacht... ist nicht fern...
Er reist weiter durch die Wildniss, ohne zu ahnen was ihm noch bevorsteht... es wird wieder dunkel, die Dämmerung... da hört er in der Ferne ein Pferd wiehern... er scheut die Menschen, und wo Pferde sind sind Menschen, doch irgendwas zieht ihn an... er folgt dem Geräusch und findet das Pferd... samt Reiter... der Reiter wurde abgeworfen, das Pferd steht treu daneben... er nähert sich langsam als er plötzlich zurückzuckt... ein Rudel... ein Rudel Wölfe umringt im Dicklicht das Pferde, schleicht sich langsam an... das wiehern des Pferdes wird lauter, panischer, der Reiter ist entweder tot oder bewußtlos, zumindest rührt er sich nicht... er beobachtet die Szene und plötzlich regt sich der leblose Körper... es ist ein Kind, nich älter als zwölf Jahre, bedroht von Wölfen... er will weg, weglaufen, er kann doch nichts tun... doch irgendwas hält ihn... er zückt seinen Dolch... bewegt sich unvorsichtig vor... die Wölfe sind unachtsam, sie sind auf das Pferd fixiert... sie sehen ihn nicht... sie riechen ihn nicht... mit einem schnellen Hieb liegt der erste Wolf am Boden, blutend und heulend... doch die Überraschung ist vorbei, die Wölfe lassen vom Pferd ab und greifen ihn an... er wehrt sich... stoßen, schlagen, hauen... die Wölfe sind ungestüm, doch nicht ungeschickt... sie verletzten ihn... an den Händen, in der Brust... an den Beinen, ihn verlässt die Kraft, er sinkt auf die Knie, sich heftig wehrend, er verletzt viele von ihnen, sie jaulen, fletschen ihre Zähne, und plötzlich ziehen sie sich zurück... er sinkt zu Boden... er spürt den Schmerrz nichtmehr... er hat keine Gedanken... er fühlt sich... wohl... keine Tränen...
Seine letzten Gedanken... das tanzen seiner Tochter, ihr freudiges lachen... er stirbt mit einem lächeln auf den Lippen... das erste lächeln seit Jahren... er stirbt... und ob es ein jenseits gibt oder nicht... in Gedanken wird er die schönsten Zeiten durchleben, denn die schlimmen liegen jetzt hinter ihm... er wird seine Tochter wiedersehen... seine Frau... sein Glück... der Tod ist seine Erlösung
Und der Junge und das Pferde... sie beiden überlebten, schnell wurde der Junge von seinen Begleitern gefunden... und auch wenn ein Menschenleben genausoviel wert ist wie das andere interessiert die Herkunft des Jungen... der Sohn des Königs, in ferner Zukunft selbst König... friedlich, gerecht, gütig... ein Segen für den Menschen wird er sein... doch wäre es niemals soweit gekommen wenn nicht die Grausamkeit des Schicksals einen Menschen auserkoren hätte eine unvorstellbare Last zu tragen...